Egal, ob es um eine neue Website, eine Web-Anwendung, einen Relaunch oder eine App-Entwicklung geht. Als Kunde steht man oft vor dem Problem, dass man die Sprache der Entwickler nur rudimentär versteht. Die oftmals technischen Spezifikationen sind nicht nur schwer zu erfassen, sondern es ist meist auch schwierig zu analysieren, welche Auswirkungen bestimmte Entscheidungen für ein Projekt haben.

Wählt man als Fundament ein OpenSource-Produkt oder lieber eine lizenzpflichtige Software? Wie gut sind die Entwickler qualifiziert, für die man sich entscheidet? Ist der Preis angemessen? Welche Lebensdauer hat ein Projekt? Und dies sind nur einige der Fragen, die aufkommen können, wenn Sie ein Projekt vergeben wollen.

Wir haben uns einige Punkte rausgesucht, die Ihnen als Leitfaden für eine solche Entscheidung dienen können. In diesem ersten Teil geht es um die Frage, ob OpenSource-Produkte oder lizenzpflichtige Software-Lösungen die bessere Wahl sind.

OpenSource oder lizenzpflichtige Software?

Allein bei dieser Frage werden Sie, wenn Sie zehn verschiedene Personen fragen, sicherlich zehn verschiedene Antworten bekommen. Klären wir zunächst einmal, worin überhaupt der Unterschied besteht:

OpenSource-Software

Unter OpenSource versteht man Software, deren Quellcode offen liegt. In der Regel ist die Nutzung der Software kostenlos und es steht jedem frei, den vorhandenen Code nach seinen Wünschen zu ändern oder zu erweitern. Nutzt man die Software, so ist man selber für Instandhaltung, Updates und Pflege verantwortlich. Die Entwicklung der Software wird über die zugehörige Community geregelt. Eine Community arbeitet nach dem Prinzip der Schwarmintelligenz und funktioniert – wie ein echter Schwarm – als Kollektiv. Das Wissen, die Zeit und die Fähigkeiten aller an dieser Gruppe Beteiligten fließen in das Projekt ein. Mitstreiter für die Kreation kommen hinzu oder verlassen die Gruppe. So entwickelt sich das vorhandene Wissen stetig weiter. Auf die Arbeitsgeschwindigkeit hat man von außen jedoch kaum Einfluss und die Kommunikationswege mit der die Software entwickelnden Gruppe müssen selbst aufgebaut werden.

Lizenzpflichtige (proprietäre) Software

Lizenzpflichtige Software muss in der Regel erworben werden. Es fällt eine einmalige oder eine wiederkehrende Gebühr an. Der Code der Software ist nicht zugänglich und kann in der Regel auch nicht direkt erweitert werden. Instandhaltung, Updates und Pflege werden in den meisten Fällen über integrierte Update-Mechanismen geregelt. Die Entwicklung der Software wird durch beim Hersteller angestellte Mitarbeiter vorgenommen. Das dafür verwendbare Wissen entwickelt sich hier ebenso zusammen mit dem Mitarbeiterstab weiter. Durch den Kauf einer Lizenz erwirbt man auch einen Anspruch auf die fehlerfreie Leistung der Software. Der Hersteller steht dabei als Ansprechpartner zur Verfügung. Mitspracherecht hat man als User in der Regel nur wenig. Der nicht offene Quellcode macht es für Kriminelle schwieriger, sich ein Bild von möglichen Sicherheitslücken zu machen.

Vor- und Nachteile beider Varianten

Hält man sich die beiden Modelle vor Augen, werden schnell Vor-und Nachteile sichtbar. OpenSource-Software ist flexibler, aber es muss ein Budget für Wartung und Entwicklung einkalkuliert werden, sofern einem die fachliche Eignung fehlt. Lizenzpflichtige Software bietet weniger Flexibilität, jedoch sind die Wartungskosten besser kalkulierbar und man erhält eine gewisse Garantie für Wartung und Support.

Fazit:

Ob Sie sich für ein OpenSource- oder ein lizenzpflichtiges Produkt entscheiden, hängt insbesondere davon ab, welches Maß an Individualisierung Sie benötigen und wie Sie die Wartung und Entwicklung abdecken wollen. Benötigen Sie ein hohes Maß an Flexibilität ist eine OpenSource-Software sicherlich die bessere Wahl. Falls Sie für die Lauffähigkeit und Sicherheit des Systems eine hohe Abdeckung benötigen, wäre die Empfehlung eher eine lizenzpflichtige Software. Glücklicherweise haben die Hersteller von OpenSource-Software auf dieses Bedürfnis in den letzten Jahren mehr und mehr reagiert. So finden Sie heute bei einigen Lösungen bereits zusätzliche Absicherungen in Form von Service-Level-Agreements oder anderen Vertragsarten, die somit OpenSource z. B. auch für öffentliche Träger und große Unternehmen wettbewerbsfähig macht.

Im nächsten Teil werden wir Qualitätsmerkmale von Software behandeln.

Wir freuen uns auf Ihr Feedback.